Der Duft des Frühlings in Coronazeiten

Es ist als hätte man nur kurz die Augen geschlossen und wieder geöffnet – und schon ist alles zu neuem Leben erwacht! Endlich ist er da, der Frühling – alles blüht in den schönsten Farben, Bäume und Sträucher leuchten in sattem grün, die Vögel zwitschern, überall summt und brummt es, die Sonne schickt ihre ersten kräftigen Sonnenstrahlen auf die Reise und ein herrlicher Duft liegt in der Luft. Man fühlt sich wie neu geboren, ist voller Tatendrang und man will nur noch raus und das Leben genießen.

Wäre da nicht immer noch Corona…..

Wir werden immer noch ausgebremst, können nicht so wie wir wollen. Wir sind müde von Lockdowns und Ausgangssperren, uns fehlen unsere sozialen Kontakte, das Feiern, die Feste, die Geselligkeit. Wir sehnen uns nach Normalität.

Und täglich kommen neue Meldungen, unzählige Menschen hat es das Leben gekostet und täglich werden es mehr, viele haben bereits ihre Existenz verloren und viele werden sie noch verlieren, wenn keine Besserung der Lage in Aussicht steht und viele Menschen sind einsam, haben dadurch Depressionen. Diese Liste der Schicksale durch Corona könnte man unendlich weit fortführen.

Und auch wenn wir von diesen harten Schicksalsschlägen bisher verschont geblieben sind, so zehrt das alles an jedem einzelnen von uns. Aber wie bei Allem im Leben kommt es auf die Einstellung und die Sichtweise an und wie man damit umgeht!

Denn ist es nicht ein großes Glück, wenn wir bisher von dieser Krankheit oder den finanziellen oder seelischen Folgen verschont geblieben sind?

Sollten wir dann nicht dankbar sein, dass wir gesund sind, unserem täglichen Alltag nachgehen können, ein Dach über dem Kopf haben und der Kühlschrank gefüllt ist?

Oft denke ich an die Zeit vor Corona zurück, an Feste, Konzerte, Treffen mit unzähligen Freunden – und wie selbstverständlich das alles schien! Und oft wird einem dabei bewusst, wie wenig man das alles zu schätzen wusste, es standen uns alle Türen offen!

Und nun wünschen wir uns sehnlichst diese Zeit zurück!

Aber was können wir positives daraus ziehen?

Ich erinnere mich an den ersten Lockdown – wir waren mit dem Auto in Richtung Pfälzer Wald unterwegs. Wir waren sehr traurig, dass alle Lokale, Restaurants und Weingüter geschlossen hatten, die Straßen waren fast leer gefegt. Und dann fuhren wir durch einen kleinen Weinort und sahen ein Weingut mit Straßenverkauf – und es überkam uns ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Wir kauften eine Flasche Wein, fuhren in die Natur und ich kann mich noch genau erinnern, wie sehr wir dieses edle Tröpfchen damals genossen! Das war ein unbeschreibliches Glücksgefühl.

Wir lernen wieder uns an den kleinen Dingen zu erfreuen – nichts im Leben ist selbstverständlich! Und wir lernen wieder bewusster zu Leben!

Und der Frühling steht vor der Tür – wir können raus, die Natur bewusst wahrnehmen, den Geruch des Waldes, das Gezwitscher der Vögel, wir können wandern, Radfahren, Picknicken – einfach das Beste aus der Situation heraus holen und diese kleinen Glücksmomente genießen!

Und irgendwann werden wir unsere „Normalität“ wieder haben – vielleicht anders – was wird das ein farbenprächtiges Feuerwerk an Glücksgefühlen sein?

Dieser Tag wird kommen – und er wird unbeschreiblich!